Der Ausweg – Über die heilsame Natur der menschlichen Seele

Die erschreckende Zunahme von Krebserkrankungen, Gewalt und Umweltkatastrophen in unserer heutigen Zeit zeigt deutlich auf, dass in allen sozialen und politischen Bereichen, bis hin zur Wirtschaft und Natur, dringend Rückbesinnung und Heilung angesagt sind.
In unserer Welt des technischen Fortschritts, im Dschungel einer angstmachenden Ellbogengesellschaft, wo Rivalität und Machtkämpfe an der Tagesordnung sind, tritt der eigentliche Mensch mit seiner Würde in den Hintergrund und wird oft vergessen.
Das große Geschäft mit der Angst und Sehnsucht der Menschen boomt. Religiöse Sekten und der Glimmer der Konsumwelt versprechen Glück und die Erfüllung aller Träume.

Menschen geraten in Abhängigkeiten und werden in vielen Lebensbereichen mehr oder weniger subtil manipuliert. Jedoch bleibt die Erfüllung der eigentlichen, sehr existentiellen Grundbedürfnisse des Menschen nach Liebe, Achtung, Schutz und individueller Entfaltung seiner Fähigkeiten auf der Strecke. Je weniger diese natürlichen Grundbedürfnisse befriedigt werden, umso größer ist die Sucht nach Ersatzbefriedigungen (z. B. nach Konsum, Prestige und Statussymbolen), die wie Drogen vorübergehend entlasten, tatsächlich jedoch die Seele des Menschen abhängig machen und auszehren. Selbst sich dessen bewusste und gebildete Menschen können nicht aus diesem Kreislauf der Selbstzerstörung und inneren Sinnentleerung aussteigen. Die Ursachen dafür sind tiefe seelische Verletzungen durch zerstörerische Lebens- und Verhaltensmuster, die von Generation zu Generation weitergegeben werden.
Bleiben sie unbewusst und unbehandelt, so entfalten sie ihre krank machende Wirkung beim einzelnen Menschen und im familiären und gesellschaftlichen Umfeld.

Der innerste Kern des Menschen – seine wahre Natur – bleibt trotz aller Verletzungen immer positiv, heilsam und unzerstörbar! Er muss nur wiedergefunden und von all dem, was ihn blockiert oder verdeckt hat, befreit werden, damit die natürlichen Selbstheilungskräfte von Körper und Seele wieder aus sich selbst heraus wirken können.
Nur durch ihn ist es möglich, dass krank machende und zerstörerische Prozesse ins Positive umkehren und Heilung auf der körperlichen und seelischen Ebene sowie im sozialen Umfeld geschieht.
Kann sich dieser Lebenskern eines Menschen seiner individuellen Natur gemäss entfalten, wird er zur Quelle von Gesundheit, Liebe, Inspiration, Kreativität und Weisheit.
Denken wir an die große Lebenslust der kleinen Kinder, an ihre Neugierde, Phantasie und ihre strahlenden Augen.
Durch tiefe Verletzungen und große Entbehrungen geht dieser Zauber Schritt für Schritt verloren. Die ursprüngliche Lebensfreude und Unbeschwertheit wandeln sich in Angst, Misstrauen, Lern- und Konzentrationsstörungen, Stottern, Bettnässen und Hypermotorik. Oder manchmal findet die Not und Verzweiflung von Kindern und Jugendlichen auch ein Ventil durch Stehlen, Zündeln, Lügen und Schlagen. Wird dies nicht rechtzeitig verstanden und durch Hilfe und Trost gelöst, ist der innere Rückzug unvermeidlich.
Unterschiedliche Über-Lebensmuster werden aufgebaut, um weitere Verletzungen und bedrohliche Situationen zu vermeiden und auch gleichzeitig den lebenswichtigen Bezug zur Familie und Umwelt zu erhalten. Es kommt auf diese Weise zu einer inneren Verdunkelung, die sich durch chronische Unzufriedenheit („null Bock“), Schmerz, innere Leere, Sinnlosigkeit, Depressionen, Süchte und körperliche Erkrankungen ausdrückt.
Einen scheinbaren Ausweg und vorübergehende Erleichterung bieten die zahlreichen Gesellschaftsdrogen, wie zum Beispiel Zigaretten und Alkohol.
Auch das Streben nach Anerkennung und Macht ist der verzweifelte Versuch, sich aus dieser Not zu befreien.
Die Zerrissenheit zwischen der wahren, inneren Natur des Menschen und den künstlich erzeugten Masken und Lebensrollen gärt und wächst im Inneren wie eine Zeitbombe. Je größer die erlebte Not ist, umso explosiver ist der Druck, der sich entweder nach innen richtet und krank macht oder im Äußeren, in Form von Gewalt und Machtmissbrauch ein Ventil findet.

Wir alle müssen begreifen, wie lebenswichtig es ist, sich unserer inneren Natur wieder zuzuwenden, sie zu verstehen, zu erfahren und vor allem zu achten! Nur so ist zu verstehen, wodurch die Seele und der Körper des Menschen atmen und blühen – oder auch ersticken und verkümmern kann.

Es gibt nicht nur eine Biologie des Körpers, sondern auch eine der Seele. Genauso wie eine Pflanze Sonnenlicht, Wasser und Erde braucht, so existentiell abhängig ist jedes Kind von der bedingungslosen Liebe und Fürsorge seiner Eltern. Bekommt das Kind diese Liebe, Geborgenheit, Schutz, Verständnis und Halt, dann kann es sich seiner Natur entsprechend entfalten.
Urvertrauen, Freude, Lebenslust und Kreativität sind automatisch da und bilden die Basis für das eigene positive Selbstwertgefühl und die angstfreie Beziehung zur Umwelt und dem Leben.
Wenn Kinder geboren werden, sind sie noch vollkommen eins mit ihrer inneren Natur. In jeder Lebensphase werden besondere Funktionen und Fähigkeiten entwickelt, wie zum Beispiel Krabbeln, Laufen und Sprechen, die nicht nur im Instinkt wie bei Tieren verwurzelt sind, sondern ganz elementar über die Beziehungsqualität zwischen Eltern und Kind geprägt werden. Die gesamte frühkindliche Entwicklung und das spätere Lernen in der Schule sind also abhängig von der Beziehung zu den Eltern.

So wie die Pflanze durch zu wenig Sonnenlicht und Wasser verkümmert, genauso leidet und verkümmert das Kind, wenn die Liebe und Zuwendung seiner Eltern zu wenig da sind (zum Beispiel bei Zeitmangel und Belastungen in der Familie, Strafen wie Liebesentzug, Beschimpfungen, Schlägen und Demütigungen).
Je mehr ein Kind entbehren muss, sich entwertet, überflüssig und ungeliebt fühlt, umso größer ist der innere Schmerz von Verlassenheit und Minderwertigkeit, die, wie bereits oben beschrieben, zu Symptomen von Hypermotorik, Lern- und Sprachstörungen, Magersucht, Bettnässen, Bulimie und Sucht nach Süßigkeiten und Konsum führen.
Kann es seinen Schmerz und seine Angst nicht zeigen, fehlen Trost und Verständnis, dann ist ein Rückzug unumgänglich, und es baut eine Schutzmauer auf, um zu überleben.
Nach wie vor ist das Kind aber weiterhin auf die Beziehung zu den Eltern angewiesen und versucht auf seine individuelle Weise Harmonie und Nähe herzustellen. Es nimmt die Stimmungen und Nöte in seiner familiären Umgebung wahr und passt sich ihren Erwartungen an, um Aufmerksamkeit und Anerkennung zu bekommen. Das Kind unterdrückt oder gibt seine wahren Gefühle und Bedürfnisse auf. Es wird brav und versucht zum Beispiel durch gute Leistungen oder als kleiner Clown die Eltern zu erfreuen. Es ist die Flucht in eine Rolle, um so zu werden wie Mama und Papa es sich wünschen. Die Laufbahn bis zum Erwachsenenalter ist oft vorgegeben. Das Streben nach Perfektion, um unangreifbar und wertvoll zu werden, verspricht Schutz, Anerkennung und Stabilität.
Doch schwelt der alte Konflikt noch im Inneren, mehr oder weniger bewusst.

René Spitz, ein bekannter Psychoanalytiker und Wegbereiter der Säuglingsforschung und Entwicklungspsychologie, hatte schon 1935 nachgewiesen, dass Babys, die ohne liebevolle Berührung und emotionale Zuwendung nur gefüttert und gewickelt werden, schwere psychische Störungen wie Hospitalismus oder Depressionen entwickeln, die sogar zum Tode führen können. (René Spitz „Vom Säugling zum Kleinkind“, Klett-Cotta Verlag) Auch John Bowlby, ein englischer Kinderpsychiater und Psychoanalytiker, forschte im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation 1950 über Entwicklungsschäden bei Kleinkindern und deren lebenslängliche Folgeerscheinungen durch fehlende mütterliche Zuwendung. Die Forschungsergebnisse über Entwicklungsschäden und Persönlichkeitsstörungen liegen vor. Er appellierte schon damals vehement an Eltern und Gesellschaft, alles zu tun, dass Kinder für ihre seelische und geistige Gesundheit die notwendige Fürsorge der Eltern in der Familie erhalten. Intimität und der persönliche Bezug zu Mutter und Vater können von fremden, bezahlten Pflegepersonen, die außerhalb der Familie sind, nicht ersetzt werden. (John Bowlby „Mütterliche Zuwendung und geistige Gesundheit“, die ungekürzte Bowlby-Enquete im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation, Kindler Verlag)
Leider gibt es die unterschiedlichsten Notsituationen, in denen Mütter oder Väter nicht in der Lage sind, ihr Kind selbst zu betreuen, und eine Pflegestelle oder Krippe notwendig ist. Hier müsste ganz besonders darauf geachtet werden, dass diese Kinder, die ein warmes familiäres Umfeld entbehren und dadurch belastet sind, individuell betreut und gefördert werden.
Diese Tatsachen werden von bekannten Psychoanalytikern und Kinderpsychologen, wie zum Beispiel Michael Balint, Alice Miller, Melanie Klein, Dunja Voos, Ann Kathrin Scheerer, Wolfgang Bergmann und vielen anderen belegt.

Es geht also bei der frühkindlichen Entwicklung nicht um persönliche Meinungen, sondern um zwingende Naturgesetze, die schon längst bewiesen wurden und in der heutigen Zeit in Vergessenheit geraten sind.
Machen wir uns unbedingt bewusst, wie kostbar und schicksalbestimmend auch für zukünftige Generationen das Leben unserer Kinder ist!

Auch wir Erwachsenen sind einmal Kinder gewesen und wurden durch eigene schicksalhafte Erfahrungen, familiäre Werte und Lebensmuster geprägt, welche die Verhaltens- und Beziehungsstrukturen zu uns selbst und unseren Mitmenschen bestimmen. Sind diese liebevoll von Einfühlung und Achtung getragen, kann unser Leben glücklich und erfüllt sein. Krisen werden dann gemeinsam gemeistert, denn Vertrauen, Zusammenhalt und gegenseitige Unterstützung sind selbstverständlich.
Bestimmten aber Leid, Not, Krankheiten und Entbehrungen die Kindheit und Jugend, so kann es zu destruktivem Verhalten, Krankheiten, Vereinsamung und emotionaler Kälte führen.
Fast jeder Mensch braucht irgendwann einmal, zum Beispiel bei Lebenskrisen, einen geschützten Heilungsraum, wo er mit kompetenter fachlicher Hilfe (Psychotherapie, ganzheitliche Medizin und Homöopathie), seine seelischen Wunden und belastenden Lebensmuster bewusst machen, annehmen und heilen kann, damit sich der Teufelskreis von Selbst- und Fremdzerstörung auflöst. Entscheidend wichtig ist dabei die Erfahrung von wahrhaftigem Verstanden- und Angenommensein, da nur auf diese Weise bedingungslose Liebe erfahren und gefühlt werden kann. Dadurch ist es möglich, dass schwere Lasten und Tabus von der Seele fallen. Eine große innere Erleichterung, Dankbarkeit, Vertrauen, Freude, Lebensmut und neue Energie stellen sich ein. Der betroffene Mensch muss nun nicht länger seine alte, ihn verzerrende Maske tragen, sondern kann als authentische lebendige Persönlichkeit seine Ganzheit mit allen Stärken und Schwächen annehmen. Er ist jetzt fähig als verantwortungsbewusster Regisseur seines Lebens neuen, lang ersehnten Lebenszielen entgegenzugehen und sich ein liebevolles, nährendes Umfeld zu schaffen, das von gegenseitiger Achtung und Unterstützung getragen wird.

Ist der innere Lebenskern befreit, so entfaltet er sofort seine heilenden und lebenserhaltenden Funktionen wieder aus sich selbst heraus.

Wir alle haben diesen wirksamen Schlüssel in der Hand, der darüber entscheidet, ob unser Leben gesünder, glücklicher und erfüllter gestaltet wird oder zu einer Hölle von Schmerz und gegenseitigen Verletzungen führt.
Benutzen wir ihn endlich, damit die Einheit des Menschen mit seiner heilsamen Natur- dem innersten Lebenskern – wieder hergestellt wird und sich sein Herz für die Fülle des Lebens in respektvoller Achtsamkeit für seine Mitmenschen, für Tiere und Natur wieder öffnen kann.

Ursula v.Maltzahn

2 Gedanken zu „Der Ausweg – Über die heilsame Natur der menschlichen Seele“

  1. Aus eigener Erfahrung kann ich weitergeben, dass die Arbeit mit dem „Licht“ mein Leben in stabilere Bahnen gelenkt hat. Ich fühle mich nicht mehr so sehr „von außen“ angreifbar und habe damit begonnen, mich auf das Positive im Leben zu konzentrieren.

  2. Die Arbeit mit dem göttlichem, unendlichem Licht bedeutet für mich:

    • Heilung auf allen Ebenen
    • Heilung meines Herzens
    • Heilung meiner Seele
    • Heilung meines Körpers

    Frau von Maltzahn ist mit ihrem stets, unermüdlichem Einsatz ein „Geschenk des Himmels“

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